Mit einem MG PA unterwegs in der Toskana

Vor ein paar Tagen unternahm unser Museumsmitglied aus Südtirol, Andreas C., mit seinem MG PA von 1934 eine Einkaufsreise in die Toskana. Ansonsten begrüßen wir ihn immer beim BRAZZELTAG in Speyer.

Der Start erfolgte um 6.30 Uhr morgens in meiner Heimatstadt Bozen und führte mich über die Staatsstraße 12/Strada Statale 12 del Brennero e del Abetone bis nach Lucca in der Toskana. Diese Staatsstraße beginnt in Pisa in der Toskana, bekannt durch den schiefen Turm und führt bis zum Brennerpass.

Morgens war diese Staats- oder Landstraße noch sehr wenig befahren und so konnte ich den Reisewagen, meinen MG PA von 1934, locker laufen lassen. Der kleine 870 ccm Motor drehte schön so zwischen 3.500 und 4.500 Umdrehungen, das entspricht einer Geschwindigkeit von 80 bis 105 km/h. Damit kam ich recht flott weiter und erreichte bald die Stadt Trient, die ich eben über die Umfahrungsstraße umfuhr.

Südlich von Trient ist die Straße nicht mehr so gut ausgebaut, was mir nicht unrecht war, denn: Je kleiner und kurviger die Straße umso mehr Spaß macht es, ein altes Auto zu bewegen. Ich befand mich hier immer noch im Etschtal, das kurz vor Verona etwas schmaler wird, wo sich die Straße dann zwischen Fluss und schroffer Felswand durchwindet. Wie überall in Tirol (nördlich und auch südlich des Brenners) gibt es auch hier Ruinen einer Befestigungsanlage aus früheren Zeiten. Sehr oft wurde an solchen Stellen dann auch Wegzoll eingehoben.

Die Stadt Verona umfuhr ich über die Umfahrungsstraße und überquerte bei dieser Gelegenheit auch den Fluss Etsch. Weiter ging es durch die Poebene nach Modena. Auch hier wieder die übliche Umfahrungsstraße. Diese Routensind mir nicht unrecht. Es macht einfach wenig Spaß, im Ampelstau sich durch Städte zu quälen.

Modena, bekannt durch den Balsamico Essig, befindet sich in der „Motorvalley“. In der Nähe sind die Werke von Ferrari, Lamborghini, Maserati, Dallara und Pagani beheimatet.

Hinter Modena beginnt der Aufstieg auf den Apennin. Dieser Gebirgszug durchschneidet den gesamten Stiefel. Anfangs nur leicht hügelig und somit immer noch im 4. Gang mit guter Geschwindigkeit musste ich dann doch in den 3. Gang zurückschalten. Trotzdem kam ich gut voran. Kurz vor der Passhöhe war dann aber nur mehr der 2. Gang dran. 37 PS sind doch nicht so viel. Die Passhöhe befindet sich auf 1388 m, das ist dann gegen unsere Dolomitenpässe aber nur ein Klacks. Trotzdem forderte die steile Straße doch ihren Tribut. Schnelles Foto und runter vom Pass Richtung Lucca. Unterwegs fuhr ich an der alten Steinbogenbrücke Ponte della Maddalena vorbei. Leider waren da Renovierungsarbeiten mit schwerem Gerät im Gange, somit war das als Fotomotiv auch nichts Besonderes und ist deshalb gestrichen worden.

Gegen Abend erreichte ich dann Lucca. Ein kleines Abendessen und ab ins Bett. Ich war von der langen Fahrt richtig müde.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück besuchte ich den Gutshof Tenuta Maria Teresa Duchessa di Lucca. Dort vermietet man Ferienhäuser, produziert ausgezeichnete biologische Weine, Extra vergine Olivenöl, Nudeln vom eigenen Getreide und Bienenhonig. Weiters kann man den Palast und den Park für Hochzeiten und ähnliche Feierlichkeiten mieten. Es befindet sich eine Außenstelle des Standesamtes vor Ort, somit kann auch der offizielle Akt vor Ort erfolgen.

Der Beifahrer-Fußraum wurde mit Weinkartons vollgeladen und dann erfolgte die Rückreise über dieselbe Strecke. Das zusätzliche Gewicht machte gar nicht so viel aus. Der kleine Motor mit über eine Königswelle angetriebene obenliegende Nockenwelle trieb den Wagen locker im 3. und 4. Gang Richtung Pass. Die letzten Kilometer war dann aber doch wieder der 2. Gang dran. Es lag aber auch an den vor mir zu langsam Fahrenden. Ich konnte leider zu wenig Schwung mitnehmen. Nach Erreichen der Passhöhe war das Theater mit dem Verkehr auch vorbei und die Fahrt Richtung Modena konnte ich wieder in meinem bzw. dem Rhythmus des Wagens genießen.

Als Modena und dann Verona vorbei waren, kamen dann auch wieder die Ausläufer der Alpen in Sicht und vorbei an der alten Befestigungsanlage ging es in Richtung Heimat. Die Hitze war sehr schlimm. Überraschenderweise machte sie aber dem Wagen nichts aus. Seit ich eine elektrische Wasserpumpe und Lüfterrad nachgerüstet habe, funktioniert das prima. Der Fahrer hatte da mehr zu leiden. Abends parkte ich den Wagen in der Garage und freute mich nur mehr auf die Dusche.

Bei einer Kontrolle am nächsten Morgen konnte ich keinen Kühlwasser- und auch keinen Ölverbrauch feststellen. Die über 800 km lange Reise hatte den Fahrer mehr mitgenommen als das Fahrzeug.

 

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